Einstieg in freie Software

Ok, man kann das ganze angehen wie man will, aber wenn jemand meint, das er freie Software
benutzt, nur weil sie nichts kostet (Gratis ist), dann ist derjenige schonmal ziemlich falsch
gewickelt. Ja es stimmt, freie Software ist in den meisten Fällen kostenlos, aber das macht es
nicht zu freier Software. Diese bezieht sich nämlich auf die 4 Freiheiten, die als Grundsatz
für freie Software gelten.

0. Du kannst das Programm benutzen wie Du magst.
1. Du kannst das Programm studieren und dir seinen Quellcode anschauen.
2. Du kannst das Programm an Freunde weitergeben, damit auch sie damit arbeiten können.
3. Du kannst das Programm verbessern/für dich anpassen und es in dieser Version weitergeben.

Das sind die 4 Freiheiten. Sie stellen sicher, das der Nutzer das Programm kontrolliert und nicht
umgekehrt. Frei hat also in diesem Zusammenhang nichts mit Gratis zu tun, sondern eher mit Regelungen
die beim verteilen dieser Software bedacht werden müssen.

Und dann sitzt man das, sagt sich das man nur noch freie Software benutzen will. Man wird von dem
Angebot an Linux Distributionen und Software quasi erschlagen. Eigentlich hat man keine Idee wo man
anfangen soll und da sind dann auch schon die ersten Probleme.

Welche Distribution?

Eines ist mal klar, die Distribution mit der man anfängt ist auch häufig die, bei der man immer wieder landet.
Man sollte sich wirklich mal umschauen. Von Ubuntu über Debian zu Arch und Mint gibt es einfach eine große Auswahl an “Linux Versionen”. Einen guten Überblick, vor allem für komplette Neueinsteiger, bietet https://distrowatch.com. Dort gibt es unter anderem die Distributions-Download-Charts. Meisten sind die vorderen Plätze mit Systemen belegt, die ziemlich Einsteigerfreundlich sind. Also wenn man gar nicht weiss was man machen soll, dann nimmt man dort einfach den Platz 1 und freut sich auf seinen Einstieg in eine andere Welt. Wer das nicht will, dem empfehle ich Ubuntu. Das System ist einfach gut, man kann schnell damit arbeiten und bei der Konfiguration ist man nicht gezwungen irgendwelche Experimente auf der Konsole zu machen. Für ein einfaches Office mit Internet und Mail braucht man nach der Installation weniger als 60 Minuten….versprochen.

Wer von vornherein die reine Lehre und nichts anderes aktzeptiert, der sollte sich auf https://gnu.org umschauen. Dort findet man eine Übersicht von GNU/Linux Distributionen, die völlig nur und ohne irgendwas auf freie Software setzen. Da gibt es keine Möglichkeit einen unfreien Treiber oder ähnliches nachzuladen. Programme die unfrei sind tauchen dort nicht in den Repositorys (sowas wie der Google Play Store oder der App Store von Apple) auf. Das kann manchmal nerven, weil wenn ich z.B. Skype benutzen…naja sagen wir mal MUSS, dann muss es eben Skype sein und nicht eine Alternative.
Diese wird man aber bei den Distributionen auf der Liste von gnu.org nicht finden. Sowas kann ein Problem sein, das kann aber auch unglaublich spannend sein, wenn man eine Software Welt entdeckt, die man vorher nicht kannte.

Bei mir war es damals die Musik. Da habe ich eine Welt entdeckt (bei mir waren es Hard Rock und Metal) bei der ich alle Spielarten, alle Varianten und jede Ecke dieser Musik ausloten wollte. Bei freier Software war es ähnlich. Auf einmal gab es eine Welt weit Jenseits von Windows und Co in der man sich erstmal alles so zurecht rücken konnte, wie man es brauchte. Ich habe damals ein paarmal gesagt, dass das Betriebssystem den Charakter seines Nutzers bekommt. Man passt es so an wie man es haben will.

Damit will ich eigentlich auch nur sagen, das es auch Spaß macht, sich ein wenig umschauen. Freie Software bietet so viele Möglichkeiten, das man sich das mal in aller Ruhe geben sollte um dann zu entscheiden, wie es mit dem eigenen Rechner weitergeht. Zurück in diese verkorkste unfreie Welt kann man immer noch, aber warum nicht auch mal die frische Luft atmen, die andere Systeme bringen?

Grüße,
Michael

Flattr this!

Ubuntu Budgie 18.04 – The bionic Beauty

Ubuntu Budgie ist unter den sogenannten Flavours, also den offiziellen Varianten von Ubuntu der Newcomer. Aber definitiv einer der schönsten und am einfachsten zu benutzenden Desktops im Ubuntu Universum.

Ich bin zur Zeit des 16.04 Release von Ubuntu auf den Desktop aufmerksam geworden. Als klar war, dass der von Canonical entwickelte Unity Desktop nur in einer Community Edition weiterleben würde und nicht mehr die erste Wahl wäre, wollte ich einen neuen Desktop ausprobieren. Ich gebe zu es hat lange gedauert, aber der Unity ist mir schon ans Herz gewachsen bzw. etlicher der Tasten – Shortcuts einfach in Fleisch und Blut übergegangen.  Nun sollte das vorbei sein und da ich nicht so der Freund von dauernd wechselnden Oberflächen bin, brauchte ich also etwas Neues, schickes, dauerhaftes.

Der Budgie Desktop wurde eigentlich für das Solus Projekt entwickelt. Solus ist eine Linux-Distribution, die auf einen eigenen Paketmanager setzt und eine kleine aber sehr lebendige Community hat. Ich habe mir das Solus mal angeschaut, aber aus irgendwelchen Gründen (habe ich jetzt echt vergessen) war das nichts für mich.

Jetzt aber nochmal von vorne, beim erscheinen des 16.04 LTS tauchte irgendwie der Begriff Ubuntu Budgie Remix 16.04 in meiner Welt auf. Da war ich dann schon neugierig, was denn das wohl sein sollte. Zur der Zeit war das Budgie ja noch kein offizielles Flavour, sondern eine Community Edition. Der erste Eindruck war positiv und ich wollte das Projekt auf jeden Fall weiter beobachten. Ab der Version 17.04 war es dann offiziell und zur Einführung der 18.04 gab es eigentlich kein Argument mehr noch an Unity festzuhalten.

Was ist so besonders an Budgie?

Der Desktop ist modern und sieht in erster Linie einfach mal komplett schön aus. Plank und Raven sind zwei Funktionen, die man nach einem ersten eingewöhnen schnell gern hat. Aber der Reihe nach, Plank ist die Startleiste des Budgie. Dort kann man seine häufig genutzten Anwendungen ablegen. Wenn man Plank über ein eigenes Konfigurationstool nach untern auf den Bildschirm legt und ein vergrößern der Symbole beim überfahren mit der Maus einstellt, dann erinnert das schon stark an ein ähem naja sieht aus wie von einer Firma mit Obst im Logo.

Der Raven ist eine Seitenleiste, die ebenfalls an MacOS erinnert. Dort findet man Benachrichtigungen, Kalender und noch etliche andere Funktionen. Alles natürlich konfigurierbar.

Das Software Center ist das gleiche, das alle anderen Ubuntu Versionen auch nutzen. Überhaupt finde ich die Softwareauswahl der vorinstallierten Programme sehr gut. Da finden sich Chromium, Libre Office, Rhythmbox und MPV als Videoplayer. Außerdem setzt man beim Mail Programm auf Geary, das ich bis dahin noch nicht kannte, das aber in Konfiguration und im täglichen Betrieb einfach und gut funktioniert. Auf jeden Fall war es nicht komplizierter einzurichten als der Thunderbird. Und bevor ich es vergesse, Snap gibt es natürlich auch.

Fazit

Die Optik des Desktops und die Ubuntu getriebene Power darunter sind ein starkes Team. Das Budgie LTS läuft erstmal 3 Jahre und muss spätestens dann erneuert werden. Ich denke aber, dass es bis 2021 noch so viele Verbesserungen an dem System geben wird, das man so lange eh nicht die Füße stillhalten kann und schon vorher updaten möchte. Für mich ist der Budgie auf jeden Fall der aktuell beste Desktop für jeden, der einfach damit arbeiten möchte. Ich denke mal die Frickler, Tester und Ausprobierer werden schon bei der Installation darauf verweisen, dass es viel zu leicht geht. Die die ihren Rechner aber einfach nutzen wollen um am Ende des Tages etwas fertig zu haben (Texte, Tabellen, E-Mails etc.) und die keine Lust oder Zeit haben vorweg noch tagelang an dem Rechner zu konfigurieren, für die ist Ubuntu Budgie genau richtig. Ach ja und falls ich es noch nicht erwähnt habe: Schön ist der auch noch!

Flattr this!

Minecraft als Ubuntu Snap

Der Canonical Community Manager und Ubuntu Podcaster Alan Pope hat ein Snap Paket von Minecraft erstellt. Im Gespräch mit Marius Quabeck von Nerdzoom.de hat er offenbar darum gebeten, das Paket zu testen.

Mein lieber Alan, aber gern doch!
Ich benutze ein 16.04 mit Unity also sehr klassich. Die Installation geht dann auch leicht von der Hand.

Lediglich ein:

snap install minecraft –candidate

und schon läuft das Paket auf dem Rechner ein. Dabei ist es so, wie bei allen anderen Minecraft installationen auch. Man braucht ein Konto bei Mojang bzw. wenn man Minecraft schon einmal gekauft hat, dann hat man eh ein Konto.

Danach startet man das Paket mit: snap run minecraft

Wenn diese Formalitäten geklärt sind, lädt der Launcher die aktuelle Version herunter man kann direkt losspielen. Ich empfinde es als sehr angenehm, das ich Minecraft jetzt auch losgelöst von einer Mac oder Windows Plattform spielen kann. Minecraft gehört in diesem Sinne schon zu meinen Dauerbrennern und auf dieser Liste gibt es nicht viele Spiele.

Natürlich habe ich auch gern meine Runden in Minetest, einem Spiel, das entfernt an Minecraft erinnert, gedreht, aber Minecraft ist dann doch noch was anderes.
Und ja, mir ist bewusst, das es am Ende des Tages eine Microsoft Software ist und das man dort ruhig kritisch hinschauen sollte, aber ich frage mich auch ob Freiheit nicht auch die Freiheit ist, sich den Hundehaufen aussuchen zu dürfen in den man tritt.

Am Ende bleibt nur noch zu sagen:

Hello Alan! It all worked fine. Thank you!!
Hallo Marius, danke für deinen Artikel!

Flattr this!